Etwa 106.000 Menschen
Es ist atemberaubend, zu sehen, wie sich die Situation der Iraner in Deutschland in den letzten 20 Jahren verändert hat. Bis in die 80er Jahre hinein verbanden viele mit der Frage, welcher Beschäftigung Iraner in Deutschland nachgehen, vor allem die iranischen Teppichgeschäfte. Die zweite zahlenmäßig größere Gruppe waren die Studenten, von denen die meisten nach Abschluss ihres Studiums wieder in ihre Heimat, den Iran, zurückkehrten.
Christliche, persischsprachige Gemeinden gab es zu dieser Zeit in Deutschland überhaupt nicht. Es gab einzelne Versammlungen assyrischer oder armenischer Gruppen in deren Muttersprache. Assyrer und Armenier gehören im Iran zu den christlichen Minderheiten. Es gab damals in Deutschland – abgesehen von ein, zwei Mitarbeitern – niemand, der der mehrheitlich islamischen iranischen Bevölkerung das Evangelium brachte.
Diese Situation änderte sich schlagartig nach dem Sturz des Schahregimes im Iran und der Machtergreifung durch islamische Geistliche im Jahr 1979. Kurze Zeit nach Ausrufung der “Islamischen Republik” mußten sämtliche ausländischen Missionare das Land verlassen. Einheimische Pastoren wurden hart verfolgt, insbesondere diejenigen, die Muslime gewesen waren. Einige von ihnen wurden ermordet. Millionen von Iranern verließen aus unterschiedlichen Beweggründen das Land. Nach Deutschland kamen nach und nach über 100.000 Iraner.
Missionare
Dadurch, dass alle ausländischen Mitarbeiter den Iran verlassen mußten, kamen auch einige Missionare nach Deutschland. Von den persischen Pastoren wählten ebenfalls einige Deutschland als ihren neuen Wohnsitz. So begann eine flächendeckende missionarische Arbeit unter Iranern, wie sie vorher nicht möglich gewesen wäre. Einige der persischsprechenden Christen, die den Iran verlassen hatten, versammelten sich zu kleinen Gemeinschaften. Durch das Wirken Gottes kamen mehr Menschen zu diesen Versammlungen hinzu, die sich für die Botschaft von Jesus Christus interessierten und ihr Leben auf ihn ausrichteten. Die meisten von ihnen haben einen nichtchristlichen Hintergrund.
Einige Iraner absolvierten eine theologische Ausbildung oder besuchten mehrwöchige Schulungskurse. Der Wunsch nach fundierter biblischer Ausbildung ist bei den meisten sehr stark ausgeprägt. Es ist eine große Freude und Ermutigung, mitzuerleben, wie intensiv diese im Glauben noch jungen Menschen die Bibel studieren “um zu sehen, ob es sich so verhält” (Apg. 17, 11), wie sie es gelehrt werden. Mittlerweile sind es etwa 15 Personen, die hauptamtlich unter der persischsprechenden Bevölkerung in Deutschland das Evangelium verkünden. Es gibt über 20 Gruppen, die zum Teil zu eigenständige Gemeinden geworden sind und mit deutschen Geschwistern und Gemeinden zusammenarbeiten. Seit rund fünf Jahren haben sich die hauptamtlichen Mitarbeiter mit dem Ziel zusammengeschlossen, verstärkt zusammenzuarbeiten. Dazu findet eine jährliche Wochenendfreizeit in persischer Sprache statt, die von durchschnittlich 150 Erwachsenen und Kindern besucht wird. Ein weiteres Ergebnis der Zusammenarbeit ist die Erstellung von christlichen Radiosendungen in persisch. Einige persische Geschwister helfen mit, in anderen europäischen Ländern wie Holland oder Österreich die missionarische Arbeit zu unterstützen, indem sie bei Freizeiten mitwirken. Auch dort bilden sich Gemeinschaften in Zusammenarbeit mit örtlichen Gemeinden und Kirchen.
Gebetsanliegen
Dank sei Gott für die Entstehung persischsprachiger Gemeinden in Deutschland in den letzten 20 Jahren und die vermehrte Zusammenarbeit der hauptamtlichen Mitarbeiter. Es werden mehr Mitarbeiter für das Kinderprogramm bei der jährlichen Iranerfreizeit gesucht. Es ist ein Anliegen, daß persische Christen den Mut haben, ihren Landsleuten das Evangelium zu erklären.
Die Gebetsaktion “30 Tage Gebet für die islamische Welt” bestellen bei CZH oder online bestellen von die Evangelische Alliance Online


