Mitarbeiter sucht (fast) jede Gemeinde und jedes christliche Werk. Wer das Buch „Gebet für die Welt“ von Patrick Johnstone regelmäßig nutzt, um für die verschiedenen Teile der Welt zu beten, stellt fest, dass es auch in der Verkündigung des Evangeliums überall an Mitarbeitern mangelt. Allerdings gibt es da große Unterschiede. Während bereits „christlich“ geprägte Länder Mitarbeiter für eine erneute Evangelisation suchen, gibt es noch Tausende mit dem Evangelium völlig unerreichte Volksgruppen. Diese Volksgruppen haben noch nie die Frohe Botschaft von Jesus Christus gehört, aber nur 2–3% der über 400.000 Verkünder des Evangeliums arbeiten darauf hin, diese „Unerreichten“ zu erreichen. Grund für diesen niedrigen Prozentsatz ist der Mangel an Mitarbeitern, die bereit sind, dort zu arbeiten, wo der Boden hart ist.
Lynn und Cion, zwei junge Frauen, haben das Programm eines Trainingszentrums auf den Philippinen abgeschlossen. Hier haben sie in Theorie und Praxis gelernt, das Evangelium in einer muslimischen Umgebung zu verkündigen. Während ihrer zweijährigen Ausbildung waren sie an vielen Wochenenden in „Kipantag“, einer muslimischen Siedlung auf der Insel Mindanao.
Dort haben sie die verschmutzten und zum Teil infizierten Wunden vieler Kinder gereinigt und versorgt. Auch boten sie weitere einfache medizinische Hilfeleistungen an, bevor sie dann zu einer Kinderstunde einluden. Viele Kinder kamen gerne, oft begleitet von ihren Eltern, die entweder kritisch teilnahmen oder auch den biblischen Geschichten selbst interessiert zuhörten und sich die Bilder ansahen. An einem Samstag kamen zwei Männer und hörten zu. Irgendwann stellte sich einer der Männer sichtbar hin und schlug seine Jacke zurück. Eine Pistole kam zum Vorschein und der Mann blickte die beiden Mitarbeiterinnen an, als wolle er sagen: „Passt auf, was ihr sagt und tut. Wir wollen euch hier nicht.“ Lynn und Cion beteten und überlegten in der nächsten Woche, ob sie trotz dieser Drohung mit ihrem Dienst weitermachen sollten – und entschieden sich dafür. „Wer soll sonst gehen?“ fragten sie sich.
Nicht viele sind bereit, die Kosten zu tragen und dem Ruf Gottes so konsequent zu folgen wie Lynn und Cion. Aber gerade solche Menschen sucht Gott heute.
In den südlichen Philippinen gibt es ein Trainingszentrum, das es sich gezielt zur Aufgabe gemacht hat, Mitarbeiter zum Dienst unter unerreichten Volksgruppen auszubilden. In anderen Ländern gibt es ähnliche Einrichtungen, aber viele andere Schulen übersehen leider dieses Anliegen fast ganz und ihre Absolventen haben keinen Blick für den noch unerledigten, weltweiten Auftrag Gottes. Zudem ist es nicht immer einfach, die staatliche Erlaubnis zur Durchführung eines solchen Programms zu bekommen. In manchen Gebieten erfahren Schulungszentren eine radikale, manchmal handgreifliche Ablehnung durch ihre Nachbarn. Trotzdem bleiben sie ihrer Berufung treu.
Gebetsanliegen
* Eine vermehrte Ausbildung in Schulungszentren im Westen und andernorts für die Arbeit unter noch unerreichten Volksgruppen.
* Gottes Bewahrung der Lehrer und Studenten, die unter schwierigen und teilweise gefährlichen Umständen arbeiten.
* Die schwer zu erhaltenen Genehmigungen für die Ausbildungsstätten in vielen Ländern.
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