
“Es gibt keinen Gott außer Gott…”
Muslime glauben an Allah, den einzigen Gott, den Ewigen, Allmächtigen und Barmherzigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde und an die Sen-dung des Propheten Muhammad. Vor Gott wird sich jeder Mensch im Jüngsten Gericht für seinen Glauben und sein Tun verantworten müssen. Jeder Muslim, Mann und Frau, muß ab der Pubertät die fünf Säulen des Islam befolgen, wenn er Hoffnung auf das Paradies haben möchte.
Die fünf Säulen des Islam
Heilsgewißheit
Auch wenn ein Muslim versucht, diese fünf Säulen peinlich genau einzuhalten, gibt es für ihn keine Heilsgewißheit, denn er weiß nie, ob seine guten Taten vor Gott einmal ausreichen werden. Muslime glauben, daß am Tag des Gerichts alle Menschen zu Gott, ihrem Schöpfer, “zurückgebracht” (z. B. Sure 30,12) und ihre Taten auf einer Waage gewogen werden. Schlechte Taten werden durch gute aufgewogen. Außer dem Koran legt die um vieles umfangreichere Überlieferung fest, was gut und was verwerflich ist. Die Überlieferung gilt ebenso wie der Koran als göttlich inspiriert und als absolut verbindlich.
Zwar betont der Koran unermüdlich, daß Gott barmherzig und gnädig ist, gleichzeitig ist Gott aber in seiner Allmacht unumschränkt. Daher ist er in seiner Entscheidung völlig frei, und folglich ist sein Urteil über einen Menschen nicht vorhersagbar, denn das hieße, Gottes Souveränität einzuschränken und ihm etwas vorzuschreiben. Der einzig gewisse Weg ins Paradies führt über den Märtyrertod im ‚jihâd‘, dem kämpferischen Einsatz für Gott, denn Märtyrern verspricht der Koran den unmittelbaren Zugang zum Paradies.
“…und Muhammad ist sein Prophet”
In seiner Heimatstadt Mekka erfuhr Muhammad in den ersten 12 Jahren seiner Verkündigungen (ca. 610-622 n. Chr.) viel Ablehnung und auch offene Feindschaft. Die Lage wurde schließlich für ihn so bedrohlich, daß er im Herbst 622 mit seiner kleinen Anhängerschar heimlich in die Nachbarstadt Yathrib floh (später umbenannt in: Medina) – dieses Ereignis wird als “hijra” bezeichnet – die “Auswanderung”.
In Medina konnte sich Muhammad unter veränderten machtpolitischen Voraussetzungen als militärischer wie religiöser Führer seiner rasch wachsenden Gemeinde durchsetzen. Er führte seine Anhänger in zahlreiche Schlachten – vor allem gegen drei jüdische und mehrere arabische Stämme – aus denen er mehrheitlich als Sieger hervorging.
Bis zu seinem Tod im Jahr 632 n. Chr. soll Muhammad viele weitere Offenbarungen empfangen haben. Sie wurden erst einige Zeit nach Muhammads Tod zu einem vollständigen Korantext mit seinen 114 Kapiteln (Suren) zusammengetragen.
Der Koran ist für Muslime das in Verbalinspiration herabgesandte Gotteswort, das in Ewigkeit Gültigkeit besitzt. Gleichermaßen göttliche Autorität hat die islamische Überlieferung (hadith), also Berichte darüber, was Muhammad und seine engsten Gefährten in bestimmten Fragen und Situationen taten. Die von muslimischer Seite als echt anerkannten Überlieferungen sind in sechs umfangreichen Sammlungen niedergelegt und haben zusammen mit Glaubensinhalten aus dem Volksislam häufig größeren Einfluß auf das tägliche Leben eines Muslims als der Koran selbst.
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