Patrick Johnsons Gebetshandbuch „Gebet für die Welt“ aus dem Jahr 2001 gibt die Zahl der Muslime in Saudi-Arabien mit 93% an und die der Christen mit 4,5%. Die Zahl der Christen erscheint unglaublich hoch. Sie gäbe noch mehr Anlass zur Freude, wenn es sich um saudische Christen handelte. Die Zahl ist allerdings insofern irreführend, als man bedenken muss, dass nur 83,8% der Bevölkerung Araber sind und davon nur 73% Saudis. Die 10% Differenz machen Araber aus anderen Ländern aus, unter ihnen auch christliche Syrer, Libanesen und Ägypter. Einer von vier Menschen in Saudi-Arabien ist Ausländer. Und unter den Ausländern sind die 4,5% Christen zu finden, z.B. unter den über 1 Mio. Filipinos. Unter den Saudis selbst gibt es nur sehr wenige Christen, die oft im Verborgenen und in Isolation ihren Glauben leben. Teilweise wird regelrecht Jagd auf sie gemacht, denn in Saudi-Arabien gibt es keine Religionsfreiheit.

In Saudi Arabien ist der Wahhabismus Staatsreligion, eine besonders strenge Form des Islam. Als Wahhabiten werden die Anhänger Muhammad Ibn Abd al-Wahhabs bezeichnet, der im Jahre 1703 in der Oase al-Aiyaina auf der Arabischen Halbinsel geboren wurde.
Nach Abschluss seiner islamischen Studien in Mekka, Medina und Basra kehrte Ibn Abd al-Wahhab um 1740 nach al-Aiyaina zurück und begann zusammen mit dem dort herrschenden Mu’ammar Scheich Uthman ibn Bishr, den Islam von allen „nichtislamischen“ Einflüssen zu reinigen. Um 1744 paktierte al-Wahhab mit der Familie Sa’ud und führte sein Reformwerk in der Oase Dariya fort. Diese Allianz bildet bis heute die Grundlage des saudischen Königreiches.
Im Mittelpunkt der religiösen Vorstellungen des Wahhabismus steht ein unerbittlicher Monotheismus, ein sunnitisch-puritanistischer Islam, der von Muslimen im täglichen Leben eine Ausrichtung an den strengsten Auslegungen des Korans verlangt.
Seit der Gründung des Königreiches Saudi-Arabien in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts werden die strengen Regeln des Wahhabismus von staatlichen Organen durchgesetzt. Es existiert z. B. eine eigene Religionspolizei, die dafür Sorge trägt, dass alle Muslime an den täglichen Pflichtgebeten teilnehmen, Frauen vorschriftsmäßig gekleidet sind und das islamische Recht (die Scharia) strikt eingehalten wird. Diese Religionspolizei setzt alles daran, saudische Christen aufzuspüren und sie zur Rückkehr zum Islam zu zwingen oder sie bei Weigerung hinrichten zu lassen. Obwohl viele ausländische Christen in diesem Land leben, ist es ihnen doch verboten, sich zu versammeln.


Da Saudi-Arabien das Stammland des Islam und der Wahhabismus eine sehr missionarische Bewegung ist, hat alles, was in diesem Land geschieht, Auswirkungen auf die gesamte islamische Welt. Die immensen Ölgewinne ermöglichen es den Saudis, in allen Ländern der Erde Moscheen zu bauen und Menschen mit der Vergabe von Vergünstigungen für den Islam zu gewinnen.
Gebetsanliegen
* Ermutigung, Bewahrung und Stärkung des Glaubens der saudischen Christen.
* Möglichkeiten des Zeugnisses durch Freundschaften für christliche ausländische Arbeiter in Saudi-Arabien, besonders für Filipinos.
* Mehr christliche ausländische Facharbeiter und Spezialisten in Saudi-Arabien, damit Chancen genutzt werden können, dort für Jesus Zeuge zu sein.
* Segen für viele Saudis durch christliche Fernsehsender (SAT-7), Radioprogramme, Internetseiten und Literatur.
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