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Kindererziehung im Islam – “Säkulare” Schulbildung

In der Koranschule, aber auch in der ‘säkularen’ Schule lernen Kinder in weiten Teilen der islamischen Welt vor allem durch Auswendiglernen und Wiederholen. Eigene Gedanken, Diskutieren, Hinterfragen oder sogar das Ablehnen des Lernstoffs sind in aller Regel nicht gefragt.

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Diese Lernmethode hat m. E. ihre letzte Ursache im Gottes- und Menschenbild des Islam: Gott muß nach islamischer Auffassung nicht verstanden, sondern vor allem angebetet werden. Es geht nicht darum, seinen Willen, sein Handeln zu hinterfragen, eigenständig zu beurteilen oder zu diskutieren, sondern sich ihm und seinem Willen zu unterwerfen, die von Gott geforderten Pflichten einzuhalten und ihm Dank zu sagen für seine Wohltaten. Dem Menschen kommt es nicht zu, Gott und sein Wort, den Koran, in Frage zu stellen, kritische Gedanken dazu zu äußern oder zu überlegen, welche Anweisungen des Korans für heute in welcher Form gültig sein könnten und – noch abwegiger – welche nicht.

Darin liegt wohl auch ein Grund dafür, warum arabische Korankommentare in aller Regel sehr vorsichtig darin sind, eigenständige Beurteilungen von Koranversen vorzunehmen. Insbesondere in den klassischen Kommentaren werden meist einige altbekannte Meinungen nebeneinandergestellt, die den Text vorsichtig zu deuten versuchen, aber der Autor wird nur selten ein eigenständiges Urteil fällen oder abschließend eine der Auslegungsmöglichkeiten klar favorisieren.

Vorbereitung auf das Leben als Mann oder Frau

Mädchen werden in der islamischen Welt früh auf ihre spätere Rolle als Hausfrau und Mutter hin erzogen. Sie übernehmen in aller Regel schon in jungen Jahren Haushaltspflichten und sind oft bereits vor der Pubertät in der Lage, die Mutter in den Aufgaben des Haushaltes zu vertreten. Dies hängt auch damit zusammen, daß Mädchen mit Eintritt der Pubertät zumindest im ländlichen Bereich prinzipiell als heiratsfähig gelten. Auch die Fürsorge für jüngere Geschwister als Vorbereitung auf die spätere Mutterrolle gehört für Mädchen zum Aufgabenfeld, das in der Regel als selbstverständlicher betrachtet wird als der höhere Schulbesuch.

Jungen dagegen werden früh auf eine Identifizierung mit der Welt des Vaters in der Moschee, der Öffentlichkeit und seinem Beruf hin geprägt. Im Schulbesuch, der Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit, der Eigenverantwortlichkeit, sowie oft selbst in der medizinischen Versorgung genießen sie deutliche Privilegien vor ihren Schwestern, und zwar auch dann, wenn diese älter sind.

Auch diese Vorbereitung auf das Leben als Mann oder Frau gehört eigentlich zur religiösen Erziehung im Islam, denn die Aufgabenteilung und Geschlechtertrennung ist in der Religion verankert. Nach ‚klassischem‘ Verständnis verpflichtet der islamische Ehevertrag den Ehemann dazu, alleine für den Unterhalt seiner Familie aufzukommen. Er vertritt die Familie nach außen, trifft aber auch die anstehenden Entscheidungen zu Wohnort, Schulbesuch oder Berufsausbildung, während der Ehefrau die Fürsorge für die Kinder und die Führung des Haushaltes zufallen.

Angemessenes, respektvolles Verhalten gegenüber Eltern, Älteren im allgemeinen, von Frauen gegenüber Männern, Zurückhaltung im Umgang mit dem anderen Geschlecht und die Wahrung eines untadeligen Rufes für Mädchen und Frauen gehören ebenfalls zu den grundlegenden Erziehungsidealen im Islam.

Sterben die muslimischen Eltern eines Kindes und ist z. B. der nächste Verwandte der Eltern Christ geworden, wird die Verwandtschaft darauf bestehen, daß das Kind von einem entfernteren Verwandten, aber auf jeden Fall in einer muslimischen Familie aufwächst. (ChSch)

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Quelle: 30 Tage Gebet für die islamische Welt

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