München, Hamburg und das Ruhrgebiet
Ab Mitte der 60er Jahre begann der Zuzug türkischer Arbeitskräfte nach Deutschland. Unter ihnen waren auch Angehörige der Minderheiten in der Türkei (Kurden, Aramäer, Armenier). Die türkischen Gastarbeiter begannen, ihre Familienangehörigen nach Deutschland zu holen. Zur Zeit leben 3 Millionen Muslime in Deutschland und davon kommen über 2 Millionen Menschen aus der Türkei.

Schon sehr früh, Anfang der 60er Jahre, begannen einzelne christliche Organisationen die geistliche Herausforderung zu erkennen. Die Herstellung und der Import christlicher Schriften, Kassetten, Kalender, Videos und Bibeln gehört zu den wichtigen Aufgaben, denn viele Muslime können nur in ihrer Muttersprache mit dem Evangelium erreicht werden. In manchen Städten wurden Verteilaktionen mit neuen Testamenten durchgeführt.
Die jahrelange Arbeit trug zwar Frucht, aber noch ist die Aufgabe, den in Deutschland lebenden Türken das Evangelium weiterzusagen, lange nicht bewältigt. In einigen Städten Deutschlands sind in den letzten Jahren kleine türkische Gemeinden entstanden. Aber es gibt auch Gegenden, in denen es noch keine Gemeinde unter Türken gibt. Besonders sind da München, Hamburg und das Ruhrgebiet zu nennen, wo allein 1/3 aller Türken in Deutschland wohnt.
3 Millionen Muslime
Seit über 25 Jahren werden auch Freizeiten für bekehrte Muslime in türkischer Sprache durchgeführt. In den letzten Jahren sind die Freizeiten bis auf den letzten Platz ausgebucht. Es ist für die kulturell oft sehr unterschiedlich geprägten Menschen nicht leicht, zu lebendiger Gemeinschaft und echter Einheit zu finden. Zudem wird einmal im Jahr eine Kurzbibelschule auf türkisch durchgeführt.
Einige wenige deutsche Gemeinden sind in der Ausländerarbeit besonders aktiv, andere haben die Herausforderung noch gar nicht erkannt. In Gießen wird in einer Gemeinde der Gottesdienst in sechs Sprachen simultan übersetzt und Interessierte zu Gottesdiensten abgeholt. Außerdem werden Asylbewerber zu einer wöchentlichen Teestube eingeladen, in der Übersetzer in den Hauptsprachen zur Verfügung stehen.
Die eigentlichen türkischen “Gastarbeiter” sind am schwersten mit dem Evangelium zu erreichen. Viele haben sich entweder dem Materialismus oder wieder stärker dem Islam zugewandt. Die zweite und dritte Generation der Türkischstämmigen ist zwischen zwei Kulturen hin- und hergerissen und in keinem Land richtig zu Hause. Zudem werden Ehen oft noch auf traditionelle Weise innerhalb der Verwandtschaft arrangiert und Mädchen als Ehepartner aus der Türkei nach Deutschland geholt, was in den Ehen zu großen Spannungen führt.
Durch Kinder- und Jugendarbeit könnten viele Türken dieser Generation erreicht werden, wenn die Gemeinden diese Aufgabe erkennen würden.
In den großen Kirchen wird allerdings die zeugnishafte Verkündigung des Evangeliums weitgehend abgelehnt und ganz überwiegend der Dialog mit dem Islam gepflegt. Vielfach macht man sich zum Befürworter und Förderer der muslimischen Forderungen nach islamischem Religionsunterricht, Moscheebau, lautsprecherverstärktem Muezzinruf und ähnlichem. Sind 3 Millionen Muslime nicht auch eine Anfrage und eine Herausforderung für die missionarische Kraft der Kirche Jesu Christi in Deutschland?
Gebetsanliegen
Die Entwicklung einer Sicht der christlichen Gemeinden für das Missionsfeld vor ihrer Haustür. Viele Christen begegnen dem Islam in Deutschland entweder gleichgültig oder mit Angst. Es werden mehr Christen und ganze Gemeinden gebraucht, die bereit sind, Kontakte zu ihren türkischen Nachbarn zu knüpfen und ihnen das Evangelium zu erklären. In den vergangenen Jahren wurden einige Tausend Neue Testamente unter Türken verteilt. Die Nacharbeit erfordert viel Kraft und Zeit. Gott kann aus dem ausgesäten Samen Frucht wachsen lassen. Das geistliche Wachstum der türkischen Gläubigen und die Berufung von Ältesten und türkischen Leitern.
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