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Volksislam

Behandlung

“Ama”, dem Sultan eines kleinen philippinischen Dorfes, geht es nicht gut. Durch einen hartnäckigen Husten ist der 55jährige abgemagerte Mann aus dem Stamm der Maranao oft so schwach, dass er nicht mehr arbeiten kann. Angst vor mehr Untersuchungen halten ihn von einem Krankenhausbesuch ab.

volksislam-cz-herborn-deDann kommt der rapide körperliche Abbau. Obwohl der orthodoxe Islam animistisches Gedankengut und Geisterbeschwörungen ablehnt, ist im traditionellen Volksislam der Geisterglaube weit verbreitet. Der erste Besuch Amas bei einem muslimischen Shamanen (einem Medizinmann) bleibt ohne Erfolg. Ein zweiter, nichtmuslimischer Shamane wird zu Rate gezogen. Er soll größere Macht besitzen. Die Schmerzen sollen aus dem Brustkorb herausgelockt und den Kranken durch Arm, Hand und Finger verlassen. Niemand darf in der Richtung stehen, in die die Fingerspitzen des Kranken zeigen. Er könnte von den entweichenden Krankheitsmächten getroffen werden…
Auch diese Behandlung wird abgebrochen. Während der Krankheitsmonate erzählen Christen von der Macht ihres Herrn und weisen auf die Erlösung durch Jesus hin. Ama ist der Ortsvorsteher, der mächtigste Mann im Dorf und ein praktizierender, überzeugter Muslim. Dennoch hat er die Be-suche der Christen über Jahre hinweg ermöglicht.

Auch in Deutschland

Schließlich kommen eines Nachmittags viele Verwandte, um dem Sultan einen letzten Besuch abzustatten. Sein Bruder wird von Weinkrämpfen geschüttelt. Immer wieder küsst er den Kranken, der das Ganze nicht so recht wahrzunehmen scheint. Er nimmt ihn in die Arme, als hoffe er, von seiner eigenen Lebensenergie etwas auf seinen kranken Bruder übertragen zu können. Verwandte, einschließlich der Kinder, nehmen Abschied. Wiederholt bitten sie Ama um Vergebung für alles, was sie ihm in der Vergangenheit an Unrecht zugefügt haben. Auch vergeben sie alles, was dieser ihnen an Unrecht getan haben mag. Man glaubt, dass Amas Geist zur Erde zurückkehren wird, um sich nachträglich für geschehenes Unrecht zu rächen, wenn Ama stirbt und unvergebene Schuld zwischen ihm und den Hinterbliebenen bleibt.
Abends versammeln sich etwa 35 Personen in der 15–20qm großen Hütte. Junge Mädchen schälen und schneiden Betelnüsse zu, die auf einem großen Tablett angeordnet werden. Auch Tabakblätter und ein wenig Geld werden als Gabe Gottes ausgelegt. Mit dem Islam hat die Sitte aber nichts zu tun, es ist pure Geisterverehrung. Amas Bruder und ein weiterer Shamane setzen sich vor dem Tablett auf den Boden und meditieren. Photographieren darf man nicht. Man darf auch nicht vor einem Fenster oder in der offenen Türe stehen, damit “sie”, die Geister, ungehindert ins Zimmer kommen können. Kurze Zeit später verändert sich das Verhalten der Shamanen, ihr Reden wird unverständlich, sie werden zu Vermittlern zwischen der Geisterwelt und den anwesenden Besuchern.

Nachts schlafen viele der Angehörigen eng aneinandergedrängt mit dem Sultan in dem kleinen Raum. Der Sultan selbst liegt zwischen zwei Männern, denn man glaubt, die gefährlichen Geister der Nacht fürchten sich nur vor Männern. Noch mehrmals ist es in den folgenden Tagen möglich, dem Sultan und seinen Besuchern das Evangelium zu erklären. Nach einer Woche stirbt er.
Nicht nur auf den Philippinen ist der Volksislam allgegenwärtig. Auch in vielen anderen Ländern Asiens, Afrikas und des Nahen und Mittleren Ostens ist der islamische Glaube mit Geisterfurcht und Shamanismus verbunden. Neben dem Islam ist dies eine weitere tiefe Bindung. Echte Erlösung erfahren Menschen nur in Jesus, der gekommen ist, die Gebundenen zu befreien.
Wolfgang Jung, Deutsche Missions-Gemeinschaft.

Gebetsanliegen

Vollmächtige Verkündigung und Befreiung von Muslimen aus der Macht Satans. Viele Bekehrungen als Folge geistlicher Befreiung. Bewahrung derjenigen, die das Licht Jesu in die Dunkelheit hineintragen.

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Quelle: 30 Tage Gebet für die islamische Welt